About me

Vita

Instagram

Es muss halt erstmal klappen

„Es ist schon merkwürdig, dass man jemanden vermisst, der gar nicht existiert. Ein schlauer Schachzug der Natur, um das Fortbestehen unserer Art zu sichern.

Dies ist vielleicht der persönlichste Blogtext, den ich je verfasst habe oder verfassen werde. Ich glaube aber, viele Frauen und Paare teilen die gleiche Geschichte. 

Das Leben verläuft selten nach Plan. Wir wissen es alle, und dennoch hegen wir die Hoffnung, dass bei einem selber die Dinge so eintreten, wie man sie sich wünscht. Zwei Jahre ist nun unsere Hochzeit in der Toskana her. Traumhaftschöne Erinnerungen, auf die der nächste Schritt folgen sollte.

Ein Baby.

Pille absetzen, Check beim Frauenarzt, Folsäure nehmen. Dann kann es doch eigentlich losgehen.

Verheiratet und über 30 sind die beiden Faktoren, die alle Menschen um einen herum förmlich dazu einladen, bei jeder Gelegenheit zu fragen: Und, Kinder? Wann ist es soweit? Wann seid ihr dran? Wann legt ihr mal los? Tja, wenn man doch nur auf den „Bestellen“-Button klicken könnten.

Aber das Leben schreibt seine eigenen Pläne und hat so gar keine Lust, sie mit uns zu teilen. 

Ich war nie die Frau, die ab Tag ihres ersten Eisprungs ununterbrochen von Kindern träumte.

Ich mag Kinder. Nicht alle. Oh, definitiv nicht alle! Eigentlich nur ein paar wenige.

Dennoch sah ich mich in der Zukunft mit Minimum zwei quirligen Rabauken durchs Leben hüpfen. Das war für mich in Stein gemeißelt. Nur eilig hatte ich es damit nie.

Ich wollte meine Freiheiten erst noch in Fülle auskosten und genießen, bevor sich das ganze Leben ändern und nur noch um eine kleine Person drehen würde.

Für mich schien es ausgeschlossen, dass ich eines Tages eine dieser nervösen Frauen werden würde, die auf die berühmte biologische Uhr schauen und jedes Tick-Tack mit zunehmender Besorgnis betrachten.

Aber je länger du probierst, desto lauter schlagen die Zeiger. 

Das gemeine bei dieser Kinderproduktion ist doch auch, dass dir niemand erklären kann, warum was wie wann nicht klappt. Es sind höhere Mächte, die keinen Telefonanschluss und kein Twitter besitzen.

Mit 33 Jahren habe ich natürlich noch einiges an Zeit. Und auch medizinische Unterstützung ziehe ich noch nicht in Betracht. Wir versuchen eher an dem „locker bleiben“ zu arbeiten. Was zugegeben ganz schön schwer ist.

Insbesondere, wenn jeden Tag ein weiteres Pärchen aus dem Freundeskreis oder aus der Zeitung, ihre frohen Nachrichten verkündet. 

Diesen Artikel zu veröffentlichen, kostet mich viel Mut. Es ist nicht nur ein Tabu-Thema, weil es, sobald es einmal präsent ist, an den Nerven der Beteiligten nagt und Druck ausübt. Es ist mir auch ein Stück weit unangenehm, da ich – ganz offensichtlich – nicht zu den „ein-Schuss-ein-Treffer-Frauen“ gehöre.

Ich fühle mich irgendwie defekt und fehlerhaft.

Fortpflanzung ist doch das, worum es im Leben geht. Dass dieser Gedanke Schwachsinn ist, weiß ich natürlich auch. Es ist ein so intimes Thema auf der einen Seite. Weil man aber ständig danach gefragt wird, und viele Menschen dasselbe Schicksal teilen, ist es wiederum alles andere als intim. Es ist allgegenwärtig. 

Wie gehe ich jetzt aus diesem Text raus? Ich möchte das Ganze nicht zu dem Hauptthema in meinem Leben machen. Denn wenn ich nur noch auf etwas warte, das vielleicht ganz bald, in einigen Jahren oder nie eintritt, verpasse ich dann nicht, mein Leben zu leben? Daher bitte ich auf weitere Nachfragen zu verzichten. Vielleicht werdet ihr zu alldem von mir eines Tages wieder hören, vielleicht aber auch nicht.“

Diesen Text habe ich vor über einem Jahr geschrieben.

Ich sage es ganz direkt: Ich hatte nicht die Eier, ihn zu posten.

Nicht, dass ich ein Problem damit hatte, über das Thema zu sprechen. Im Gegenteil. Ich habe mit allen möglichen Menschen, auch mit denen, die ich nicht gut kannte, darüber geredet. Und so offen ich auf diesem Blog auch immer war, mit diesem Text wäre der Schmerz noch realer geworden.

Ich habe immer versucht cool zu tun, wenn ich auf das Thema Baby angesprochen wurde.

Ich wollte mir selbst nicht eingestehen, wie verdammt weh es tut, alle um mich herum zu sehen, wie sie Familien gründen und ihre Kinder in den Arm schließen.

Es hat mir einfach wehgetan! Über so lange Zeit. 2 ½ Jahre hat es gedauert.

Geschämt habe ich mich auch irgendwie.  Jetzt steht die Geburt unseres ersten Kindes kurz bevor. Inmitten einer merkwürdigen Zeit.

Rückblickend kann ich sagen, dass ich Paare, bei denen es nicht klappt oder kompliziert ist, jetzt nochmal mit ganz anderen Augen sehe.

Rückblickend hätte ich gerne den Mut gehabt, diesen Text zu veröffentlichen und mich mit anderen auszutauschen.

Es gibt einfach zu viel von ihnen, und ich habe eine Idee davon bekommen, wie sie sich fühlen. Sie laufen mit einem immer schweren Herzen, einer andauernden Traurigkeit durch die Welt und wünschen sich doch nur, diese erdrückenden Gefühle endlich auf stumm schalten zu können.

Endlich mal wieder leicht zu sein!

Ich will, dass ihr wisst, dass ihr nicht alleine seid und dass ich den allergrößten Respekt vor euch habe!!!

Danke.

Schauspielerin Lilli Hollunder iamerikanische Serie the outpost syfy

Den Moment, in dem ich für immer hinschmeißen wollte, gab es nie. Aber ich war schon kurz davor. Mehrfach.

Wenn das Telefon still blieb, kein einziges Casting eine Zusage brachte, oder die Caster sogar vergaßen überhaupt abzusagen.

Wenn ich viereinhalb Stunden mit dem Zug zu einem Vorsprechen fuhr, und noch bevor ich überhaupt den ersten Satz des Textes über die Lippen brachte, die Produzenten sagten, ich sehe zu jung für die Rolle aus und dürfe mich wieder auf den Rückweg machen.

Wenn zwei von meinen zwei Szenen, die ich in einem Kinofilm hatte, auf Grund von Überlänge gestrichen wurden und mich Freunde fragten, wann sie den Film denn endlich im Kino sehen könnten. Ich schämte mich in Grund und Boden und musste schlussendlich zugeben, dass ich rausgeschnitten wurde.

Viele, viele Tränen habe ich schon vergossen.

Und doch bin ich mit 33 Jahren noch immer Schauspielerin und habe gerade eine amerikanische Serie gedreht. Mit spitzen Ohren und Speer und echten Kampfszenen und tollen Kollegen und noch tollerem serbischen Team.

Und nur weil eine Abteilung von NBC genauso bescheuert ist wie ich.

Diese Leute träumen sich ebenfalls am liebsten in ferne Galaxien, denn sie bespielen jeden Tag mit Herzblut die Fantasy- und Science-Fiction-Abteilung des Senders „syfy“.

Und eine Frau im Besonderen hat mich gesehen und an mich geglaubt. Sie hat mich vorgeschlagen und mir die Tür zu einem Traum geöffnet.

Ich kann euch sagen, das hat noch nie jemand für mich gemacht. Egal, was jetzt noch kommt, dieses Gefühl, dass sich Menschen für dich einsetzen und an dich glauben, durfte ich einmal erleben, und es wird mir nie wieder jemand nehmen können.

Danke Moni! Danke syfy!

Und während ich diesen unglaublich kitschigen Text schreibe – ich kann hier nicht anders – rollt mir nicht nur eine Träne die Wangen herunter. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie überwältigend es sich anfühlt, was ihr für mich gemacht habt!! Das werde ich nie vergessen.

Einen Monate habe ich in Belgrad gedreht und durfte in die spannende Rolle der Rebb schlüpfen. Es hat unglaublich Spaß gemacht und ich freue mich, dass es jetzt auch in Deutschland mit der Ausstrahlung losgeht.

„The Outpost“.

Immer Donnerstags um 21h auf syfy (sky). 

🙂

Für René

Rene adler abschied karriereende

Mein Mann, René Adler, macht Schluss mit dem Profisport und hängt die Torwarthandschuhe an den Nagel.

Brief an meinen Mann, einen großen Sportler und einen der tollsten Menschen, die ich kenne. An alle, die schnulzige Worte von einer stolzen Ehefrau nicht ertragen: Klickt jetzt lieber weg!


Lieber René,

deine Karriere war vielleicht nicht eine einzige Parade, aber ganz sicher eine Inspiration für mich und so viele, wenn es darum geht, seine Träume zu verfolgen, oft hinzufallen und wieder aufzustehen. Du hast fast dein ganzes Leben lang, sieben Tage die Woche, alles für deinen Traum gegeben.

Du hast es ganz nach oben geschafft, warst Deutschlands Nummer 1. Und wenn man schon mal ganz oben war, tut das Fallen besonders weh.

Du blickst zurück mit vielen „Hätte, Wäre, Wenns“ und bestimmt auch mit einem weinenden Auge. Klar, wäre es die Krönung deiner Karriere gewesen, auch mal einen Pokal in den Händen zu halten. Aber du hast trotzdem so viele Menschen inspiriert und warst und bist ihnen mit deiner Art und deinen Werten ein großes Vorbild.

Deine Verletzungen wurden dir oft als Schwäche ausgelegt. Dabei hätte auf deinem Trikot nicht Adler, sondern Phönix stehen müssen. Denn wie ein Phönix aus der Asche, warst du nicht kleinzukriegen. Man muss erstmal einen anderen finden, der es so wie du schafft, aus Rückschlägen immer das Beste zu machen. Trotz aller Frustration wieder aufzustehen und noch besser zurückzukommen.

Du bist der Torhüter mit den meisten 1,0 Bewertungen der letzten 10 Jahre in der Bundesliga!!!

Ich durfte live dabei sein, um zu erkennen, dass dies so viel Stärke und Kraft verlangt, und das verdient allergrößten Respekt. Du hast diesen Sport so geliebt, hast ununterbrochen an dir gearbeitet. Du warst der Erste, der kam und der Letzte, der ging. Du hast nebenbei noch ein Studium absolviert und erträgst jeden Tag die nervigste aller Ehefrauen.

Vor allem aber bist du in diesem schnelllebigen Geschäft immer auf dem Boden geblieben, hast dir Zeit für Fans und junge Spieler genommen, hast die Vereine zu deiner Familie gemacht und mit Leverkusen und Hamburg zwei neue Heimaten gewonnen.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du wieder etwas findest, das dich so bereichert, herausfordert und glücklich macht, wie deine erste große Liebe, der Fußball.

Ich verdanke der Zeit mit dir beim HSV zwar die ersten weißen Haare, bin dennoch auch unendlich dankbar, dass ich dich auf dieser spannenden und oft nervenaufreibenden Reise begleiten durfte.

Deine krumme Nase, die dir Messi gebrochen hat, an der er aber nicht vorbeigekommen ist (!!!), wird dich immer daran erinnern, dass du einer der ganz, ganz großen Torhüter warst.

Ich bin so stolz auf dich und weiß, dass das Leben noch tolle Dinge für dich bereithält. Und bestimmt auch noch ein einstelliges Handicap… 

Deine Lilli

Wir liberalen Deutschen des 21. Jahrhunderts…

lilli Hollunder littlehero blog Gedanken machen anders sein Gesellschaft Deutschland Instagram kritisch

Das Verschwinden von Daniel Küblböck stimmt mich traurig und gibt mir zu denken.

Damals war die erste Staffel DSDS etwas Besonderes. Und als 16-Jährige hinterfragt man noch nicht viel, und so habe auch ich die Sendung wie halb Deutschland verfolgt. Dieser junge, schrille Typ hat sicher polarisiert.

Aber er hatte uns allen eins voraus. Er war authentisch.

Es ist 2018 und die Hashtags bestimmen die Themen des Tages. Von Authentizität ist nicht mehr viel zu sehen.

Gerade noch wird ein deutsches Topmodel mit dem Hashtag #backtoreality gefeiert. Auf Instagram zeigt sie sich jetzt immer wieder ohne Make-up.

Respekt, mutig!

Dennoch sitzt sie – natürlich – im perfekten Licht. Pickel? Fältchen? Augenringe? Mal ´ne Delle?

Von wirklicher Realität keine Spur.

Nichts gegen sie. Sie kann auch nichts dafür, dass sie mit außergewöhnlicher Schönheit gesegnet wurde.

Aber dass fehlendes Make-up schon Grund zum Feiern ist, zeigt, wie weit wir vom Echten abgedriftet sind.

Weiterlesen

#freimachen – eine Woche ohne Instagram

lilli Hollunder instagram pause Auszeit social media sucht

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
(Hermann Hesse)

Hallo, mein Name ist Lilli Hollunder und ich bin süchtig. Ich bin Instagram-süchtig.

Nach sechs Jahren Social Media Boykott hätte ich nicht gedacht, dass mir das mal passieren könnte.

Und doch, wann immer ich Langeweile hatte, oder auch nicht – das ist ja das schlimme – schaute ich kurz, was es so Neues gab. Eigentlich monoton und desinteressiert wischte ich eine Story nach der anderen durch.

Ich weiß nicht mit wie vielen tausenden Gesichtern, Outfits, Pobacken, Bauchübungen und Kochrezepten es mein Gehirn jeden Tag aufnehmen musste.

Erkennt ihr euch wieder?

Weiterlesen

Mein Leben als Teppichnutte

Schauspieler events roter Teppich lilli Hollunder deutsche Stars schauspieler

Wollen wir eines vorab klären, damit keine Beschwerden aufkommen. Ja, sie müssen nicht immer rot sein. Sehr oft gibt es sie in weiß, schwarz, violett, pink und anderen prachtvollen Farben…

Mein Leben lang habe ich versucht, rote Teppiche zu meiden. Ich konnte meine Zeit doch wirklich sinnvoller verbringen. Also sagte ich ab, wann immer eine Einladung hereinflatterte, und widmete mich meinen Hunden, Serien, der Couch oder starrte in die Luft.

Dann aber geriet meine Karriere mehr und mehr ins Stocken, bis schließlich gar nichts mehr ging.

Nach einigen kleineren und größeren Downs beschloss ich (ja das sagte ich bereits in einem anderen Text, aber der Satz passt auch hier wieder hervorragend) meine energetische Tür und meine richtige Tür zu öffnen und mich unter die Leute zu schmeißen.

Weiterlesen

Seelen-Krimi Teil 1: Lillis Lebensweisheit oder wie bekomme ich die perfekten Abs?

Lilli Hollunder Lebensweisheit Depressiv Schauspielerin

Hallo, hier bin ich wieder. Ich war nicht extra untergetaucht. Eigentlich war ich gar nicht untergetaucht. Ich war einfach hier und da.

Wie auch immer. Heute möchte ich mit euch eine – nein – MEINE Lebensweisheit teilen, die mir sehr geholfen hat, durch kleine Lebenskrisen zu gehen.

Wie ihr wisst, lasse ich hier auf meinem Blog regelmäßig die Hose runter.

(Jungs, macht euch keine Hoffnung. Es ist im übertragenen Sinn gemeint.)

Daher ist es auch nichts Neues, wenn ich zugebe, dass ich die letzten Jahre viel zu Hause auf der Couch saß, geheult und mein Selbstmitleid genossen habe.

Weiterlesen

Ich liebe Fake News!

Lilli Hollunder Tatort Schauspielerin

Ich weiß gar nicht, warum sich alle so beschweren…

Fake News mischen in der Politik mit und entscheiden Wahlen?

Ja gut. Jetzt seid mal nicht so kleinlich!

Die aktuellen Fake News über mich könnten besser gar nicht sein!

Weiterlesen

Wie das Wörtchen „fast“ die Welt verändern könnte

Lilli Hollunder Sci Fi

Alles begann mit einer Email an einem Donnerstagmorgen:

„Du hast die Rolle!!!!“

Ich bin gesprungen, gehüpft, habe geschrien, in die Hände geklatscht, noch mehr geschrien und noch vielmehr geschrien.

Ich wusste gar nicht, wohin mit meiner endlosen Freude.

Zwei Wochen später würde ich nach Utah in die USA fliegen, um dort eine Sciencefiction-Serie zu drehen.

Ich, der größte Sciencefiction-Fan!! Produzent? Kein Geringerer als der Macher des „Stargate“-Films von 1994 mit Kurt Russell.

Diesen Film hatte ich nur ungefähr einhunderttausend Mal geguckt. Ich glaube, das war der schönste Tag seit langem. Die schönsten 24 Stunden.

Warum nur 24 Stunden?

Weil exakt ein Tag später feststand, was zuerst nur eine Befürchtung war:

Weiterlesen

Es glänzt nicht alles, was gold ist…

Lilli Hollunder Goldene Blogger Berlin

Ein sehr weiser Mensch sagt immer: Bleibe in Bewegung, geh raus und gib dir Mühe, dann passiert Gutes! Der weise Mensch, das bin ich. Aber manchmal, manchmal da sollte man einfach auf der Couch bleiben…

Als ich vor ein paar Wochen die E-Mail der „Goldenen Blogger“ erhielt, freute ich mich wie ein Schneekönig.

Ich war nominiert!

Mein Blog wurde von einem Umfeld wahrgenommen, das sich nach eigenen Angaben ernsthaft mit der Materie auseinandersetzte und nicht einfach nur hübsche Fotos likte.

Was für eine Ehre für meinen noch so jungen Blog!

Da stand es außer Frage, dass ich der Einladung zum „einzigen bereichsübergreifenden Social-Media-Preis Deutschlands im Rahmen einer Gala“ nach Berlin folgte (siehe www.die-goldenen-blogger.de). Doch dass die Gala ein Griff ins Klo werden würde, konnte ja keiner ahnen….

Weiterlesen