Für René

Rene adler abschied karriereende

Mein Mann, René Adler, macht Schluss mit dem Profisport und hängt die Torwarthandschuhe an den Nagel.

Brief an meinen Mann, einen großen Sportler und einen der tollsten Menschen, die ich kenne. An alle, die schnulzige Worte von einer stolzen Ehefrau nicht ertragen: Klickt jetzt lieber weg!


Lieber René,

deine Karriere war vielleicht nicht eine einzige Parade, aber ganz sicher eine Inspiration für mich und so viele, wenn es darum geht, seine Träume zu verfolgen, oft hinzufallen und wieder aufzustehen. Du hast fast dein ganzes Leben lang, sieben Tage die Woche, alles für deinen Traum gegeben.

Du hast es ganz nach oben geschafft, warst Deutschlands Nummer 1. Und wenn man schon mal ganz oben war, tut das Fallen besonders weh.

Du blickst zurück mit vielen „Hätte, Wäre, Wenns“ und bestimmt auch mit einem weinenden Auge. Klar, wäre es die Krönung deiner Karriere gewesen, auch mal einen Pokal in den Händen zu halten. Aber du hast trotzdem so viele Menschen inspiriert und warst und bist ihnen mit deiner Art und deinen Werten ein großes Vorbild.

Deine Verletzungen wurden dir oft als Schwäche ausgelegt. Dabei hätte auf deinem Trikot nicht Adler, sondern Phönix stehen müssen. Denn wie ein Phönix aus der Asche, warst du nicht kleinzukriegen. Man muss erstmal einen anderen finden, der es so wie du schafft, aus Rückschlägen immer das Beste zu machen. Trotz aller Frustration wieder aufzustehen und noch besser zurückzukommen.

Du bist der Torhüter mit den meisten 1,0 Bewertungen der letzten 10 Jahre in der Bundesliga!!!

Ich durfte live dabei sein, um zu erkennen, dass dies so viel Stärke und Kraft verlangt, und das verdient allergrößten Respekt. Du hast diesen Sport so geliebt, hast ununterbrochen an dir gearbeitet. Du warst der Erste, der kam und der Letzte, der ging. Du hast nebenbei noch ein Studium absolviert und erträgst jeden Tag die nervigste aller Ehefrauen.

Vor allem aber bist du in diesem schnelllebigen Geschäft immer auf dem Boden geblieben, hast dir Zeit für Fans und junge Spieler genommen, hast die Vereine zu deiner Familie gemacht und mit Leverkusen und Hamburg zwei neue Heimaten gewonnen.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du wieder etwas findest, das dich so bereichert, herausfordert und glücklich macht, wie deine erste große Liebe, der Fußball.

Ich verdanke der Zeit mit dir beim HSV zwar die ersten weißen Haare, bin dennoch auch unendlich dankbar, dass ich dich auf dieser spannenden und oft nervenaufreibenden Reise begleiten durfte.

Deine krumme Nase, die dir Messi gebrochen hat, an der er aber nicht vorbeigekommen ist (!!!), wird dich immer daran erinnern, dass du einer der ganz, ganz großen Torhüter warst.

Ich bin so stolz auf dich und weiß, dass das Leben noch tolle Dinge für dich bereithält. Und bestimmt auch noch ein einstelliges Handicap… 

Deine Lilli

Das könnte dir auch gefallen

Keine Kommentare

    Hinterlasse ein Kommentar