Warum alles gegen’s Heiraten spricht – und ich’s trotzdem tue

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Ich bin ein sehr erfahrenes Scheidungskind.

Daher ist es nicht verwunderlich, wenn ich mein Leben lang davon überzeugt war, man muss nicht heiraten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich eh wieder trennt, ist riesig.

Einer von beiden wird bestimmt betrogen oder entliebt sich. Auf Verletzungen folgt der Gang zum teuren Anwalt, man streitet sich um Geld, Kinder und den Hund.

Und wozu?

Nur damit man, wie in den meisten Fällen, den Namen teilt, um der ganzen Welt zu demonstrieren, wir sind Mitglieder im Team Müller/Meier/Schmidt.

Und falls das nicht deutlich genug ist, sieh her, farblich sind wir immer perfekt abgestimmt. Heute taubenblau.

Aber hey, die Unterschrift beim Standesamt ist kein Kaufvertrag. Meiner, meine?

Setz die rosarote Brille ab!

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Und wenn man doch zusammenbleibt, dann meistens, weil einen der Mut verlassen hat, den Schritt in ein neues Leben zu wagen.

Die Angst vor dem Alleinsein lähmt. Sie friert ein, im Alltag voll Streit – oder schlimmer – Schweigen.

In wenigen Tagen werde ich vor rund 100 Leuten René das Ja-Wort geben.

Wir werden einander Dinge versprechen, die wir vielleicht halten werden, vielleicht auch nicht.

Warum mache ich das?

Habe ich denn gar nichts gelernt?

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Wie könnte ich nicht „Ja“ sagen zu einem Mann, der das Beste in mir erweckt?

Der Einzige, der meine Abgründe kennt.

Ein Mensch, der so gut und nett ist, aber mich auch nervt und wütend macht wie kein anderer.

Er rettet mich vor Spinnen, und setzt diese auch noch lebendig draußen wieder aus. Wie könnte ich da nicht „Ja“ sagen???

Er schämt sich nicht für mich, wenn ich beim Bummeln neben ihm Hopserlauf mache.

Er zerbricht sich meinen Kopf und denkt über meine Sorgen nach.

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Ich darf ihn wecken, wenn ich nicht schlafen kann. Wie oft vermisse ich ihn, auch wenn er da ist.

Mein Herz schaltet den Kopf aus, aber es fühlt sich so verdammt gut an.

Ich will, dass er meiner ist, wenn auch nur für eine Zeit. Aber es ist unsere Zeit.

Jeden Tag, wenn ich die Zeitung aufschlage und die Meldungen von Krieg und Terror und Flucht und Armut lese.

Wenn mir klar wird, dass die behütete Welt, in der meine Generation in Deutschland aufgewachsen ist, immer unsicherer wird.

Dann weiß ich, dass ich genau das Richtige tue.

Das ist es, worum es im Leben geht

Jede dritte Ehe wird geschieden? Vergiss es, unsere nicht! Blauäugig, voller Hoffnung.

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Fotos: Privat. Titelbild: Unsplash

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4 Kommentare

  • Beantworten
    Alexandra Pennart
    18. Juni 2017 um 18:34

    Wunderbar geschrieben. Gottes Segen für euren gemeinsamen Weg!

  • Beantworten
    Nicole
    19. Juni 2017 um 23:54

    Lillimaus,
    Du triffst es auf den Punkt.
    Habt the time of your life zusammen!

    xxx

  • Beantworten
    Ani
    22. Juni 2017 um 14:28

    „Jeden Tag, wenn ich die Zeitung aufschlage und die Meldungen von Krieg und Terror und Flucht und Armut lese.

    Wenn mir klar wird, dass die behütete Welt, in der meine Generation in Deutschland aufgewachsen ist, immer unsicherer wird.“

    Wie mich das berührt. Ich gehöre auch zu dieser Generation „behütet aufgewachsen“.
    Nur das Beste für Euch. Und bleib so blauäugig, das steht Dir ausgezeichnet!

    • Beantworten
      Lilli Hollunder
      28. Juni 2017 um 12:33

      Ein bisschen blauäugig schadet nie…. 😉

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